Bernd Voß zur Petition #SchäfereiRetten

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Presseinformation


                                 Landtagsfraktion
                                 Schleswig-Holstein
                                 Pressesprecherin
                                 Claudia Jacob
                                 Landeshaus
                                 Düsternbrooker Weg 70
                                 24105 Kiel

                                 Zentrale: 0431 / 988 ­ 1500
                                 Durchwahl: 0431 / 988 - 1503
                                 Mobil: 0172 / 541 83 53

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Gestaltungsmöglichkeiten                                       Nr. 128.18 / 12.04.2018

der EU-Agrarpolitik nutzen

Zur heutigen Übergabe der Petition ,,SchäfereiRetten" durch Vertreter*innen des Lan-
desverbandes Schafzucht und Vertreter*innen der Berufsschäfer*innen sagt der ag-
rarpolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:

Schäfer*innen leisten in unserem Land einen wichtigen Beitrag im Küsten und Deich-
schutz, auf Naturschutzflächen und in der Graslandpflege. Allerdings ist die Zahl der
Betriebe stark abnehmend. Eine Schäferei, die aufhört, geht nicht in den Standby-
Betrieb, sondern ist weg. Ich begrüße den Vorschlag der Schäfer*innen, dass durch
eine Tierprämie aus der ersten Säule der Direktzahlungen, die Existenz der Betriebe
abgesichert werden soll. Die Mittel kämen aus der ersten Säule der Direktzahlungen,
aus der auch die Flächenprämien kommen. Das steht nicht im Widerspruch zu der von
uns Grünen 2005 vorangebrachten Entkopplung der Zahlungen.

Die EU-Agrarreform hat in der jetzt laufenden Förderperiode eine Reihe von nationa-
len Gestaltungsmöglichkeiten in die Hände der Mitgliedsstaaten gelegt. Dazu gehört
auch, einen Teil der Direktzahlungen an Erzeugungen zu koppeln, die positive Um-
weltauswirkungen haben und ländliche Entwicklung stärken, wie zum Beispiel bei der
Beweidung. Die Bundesregierung hat diese Möglichkeit bisher nicht wahrgenommen.
Auch wenn diese Förderperiode in zwei Jahren ausläuft, ist es angemessen, jetzt die-
se Option zügig zu prüfen. Die EU Kommission hat in ihrer Mitteilung im November
deutlich gemacht, dass sie zukünftig erheblich mehr Gestaltung in die Länder geben
wird.

Den bisherigen möglichen Rahmen für eine umweltorientierte und gerechtere Vertei-
lung der vorhandenen Mittel hat Deutschland nicht aufgegriffen. Es ist an der Zeit, das
Ziel: öffentliche Mittel für öffentliche Leistungen endlich umzusetzen.

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