Christopher Vogt zu TOP 29 "Das Holstein-Stadion bundesligatauglich machen"

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Es gilt das gesprochene Wort
                                                                    Christopher Vogt , MdL
                                                                                Vogt
                                                                    Vorsitzender
                                                                    Anita Klahn MdL
                                                                          Klahn,
                                                                    Stellvertretende Vorsitzende
                                                                    Oliver Kumbartzky MdL
                                                                           Kumbartzky,
                                                                    Parlamentarischer Geschäftsführer

                                                                    Nr. 186/2018
                                                                    Kiel, Mittwoch, 13. Juni 2018

                                                                    Sport/Holstein-Stadion




                                                                              www.fdp-fraktion-sh.de
Christopher Vogt zu TOP 29 ,,Das Holstein-Stadion
bundesligatauglich machen"
In seiner Rede zu TOP 29 (Das Holstein-Stadion bundesligatauglich machen
und die Kommunen bei der Sanierung von Sportstätten verstärkt unterstüt-
zen) erklärt der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Christopher Vogt:
                                     Vogt:

,,Ich denke, über die enorme Bedeutung des Sports für unsere Gesellschaft
und unser Bundesland muss man nicht viele Worte verlieren. Unser Bundes-
land kann im Bereich des Spitzensports viele Leuchttürme vorweisen und
verfügt über eine beeindruckende Zahl an Sportvereinen mit zigtausenden
Ehrenamtlichen, die sich für den Breitensport engagieren. Wir müssen uns
damit nun wahrlich nicht verstecken und wir sind gut beraten, dies noch
besser als bisher zu unterstützen.

Sportangebot und Sportbegeisterung sind in Schleswig-Holstein sehr groß
und vielfältig. Wir können uns da über viele Highlights freuen: Wir hatten ge-
rade die Special Olympics zu Gast. Am kommenden Wochenende wird hier
mit der "Kieler Woche" wieder das größte Segelevent der Welt eröffnet. Wir
sind auch bei Sportarten wie Surfen oder Rudern und natürlich beim Hand-
ball sehr gut aufgestellt. Der aktuelle deutsche Handballmeister kommt
wieder einmal aus Schleswig-Holstein ­ diesmal allerdings nicht aus Kiel. Es
gibt wohl auch kaum eine Region auf der Welt, aus der so viele weibliche
Tennis-Profis stammen. Bei den Herren haben wir da derzeit noch etwas
Luft nach oben.

Auch beim Fußball lief es zuletzt gut für Schleswig-Holstein: Weiche 08 aus
Flensburg wäre fast in die Dritte Liga aufgestiegen und ist im DFB-Pokal da-
bei. Genauso wie der TuS Dassendorf aus dem Lauenburgischen, der sich
klugerweise über den Hamburger Landesverband qualifiziert hat. Besonders
herausragend war aber natürlich die sensationelle Leistung von Holstein
Kiel in der Zweiten Bundesliga. Niemand hatte ernsthaft damit gerechnet,
dass es der Aufsteiger in die Erstliga-Relegation schaffen könnte. Wie wir al-
Eva Grimminger, Pressesprecherin, v.i.S.d.P., FDP-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag,
Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431 / 988 1488, Telefax: 0431 / 988 1497,
E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: http://www.fdp-fraktion-sh.de

le wissen, hat es am Ende zwar nicht ganz gereicht. Es war dennoch eine
enorme Leistung. Und man muss einfach anerkennen, was in diesem Verein
seit vielen Jahren geleistet wird - auch wenn man Mitglied des FC St. Pauli
ist.

Wir haben bereits im vergangenen Jahr ein Sportpaket geschnürt. Dies wol-
len wir nun fortsetzen. Es geht uns erneut um die Förderung des Spitzen-
und des Breitensports. Daraus wird oft ein Gegensatz gemacht und gerade
die immer weiter zunehmende Kommerzialisierung des Fußballs kann man
durchaus kritisch sehen. Letztlich sind die Grenzen zwischen Spitzen- und
Breitensport ­ gerade in einem Bundesland wie Schleswig-Holstein ­ in ge-
wisser Weise aber fließend. Spitzen- und Breitensport bedingen einander
sogar.

Das im letzten Jahr für den Breitensport aufgelegte Programm zur Moderni-
sierung von Sportstätten ist bereits überzeichnet. Es macht deshalb Sinn,
die finanziellen Spielräume im Landeshaushalt zu nutzen, um hier noch
mehr voranzubringen. Mir fallen ehrlich gesagt auch kaum Bereiche ein, wo
man öffentliches Geld noch besser investieren könnte als hier.

Holstein Kiel darf das städtische Stadion bereits in der Zweiten Liga nur mit
einer Ausnahmegenehmigung nutzen. Vor diesem Hintergrund hatten wir
uns im vergangenen Jahr dazu entschieden, dass das Land den Ausbau die-
ser kommunalen Stadioninfrastruktur unterstützen sollte. Ein Fußball-
Bundesligaverein hat eben auch eine Bedeutung weit über die Stadtgrenzen
hinaus. Die letzte Saison hat noch einmal sehr deutlich gemacht, dass der
Fußball eine ganz besondere Strahlkraft hat. Ich fand es auch sehr beein-
druckend, dass sich die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Ende dem breiten
Protest gebeugt und Holstein eine Ausnahmegenehmigung für die Stadion-
nutzung auch bei einem Erstliga-Aufstieg zugesagt hat. Es wäre eine Zumu-
tung gewesen, wenn der erste schleswig-holsteinische Verein in der Ge-
schichte der Ersten Bundesliga seine Heimspiele außerhalb des Bundeslan-
des hätte austragen müssen. Diese Posse hat aber die Notwendigkeit eines
weiteren Ausbaus deutlich gemacht.

Holstein Kiel hat eine echte Chance, sich dauerhaft in den oberen Ligen zu
etablieren. Das wird natürlich kein Selbstläufer. Es kann auf diesem Weg
auch wieder Rückschläge geben. Die nächste Saison wird mit Sicherheit er-
neut eine sportliche Herausforderung werden. Wir sind aber bereit, unseren
Beitrag zum weiteren Ausbau der Stadioninfrastruktur und damit zum Profi-
fußball in unserem Bundesland zu leisten, wenn die Stadt und private Inves-
toren sich ebenfalls in nennenswerter Höhe beteiligen werden. Ich gehe
stark davon aus, dass beides passieren wird.

Ich sage aber auch ganz deutlich, dass meine Fraktion einen Investitionszu-
schuss befürwortet und eben keine dauerhafte Bezuschussung. Das wäre
aus unserer Sicht nicht die Aufgabe eines Bundeslandes. Zudem handelt es
sich ausdrücklich nicht um eine Art "Lex Holstein Kiel", sondern um ein ge-
nerelles Bekenntnis zum Spitzensport. Bei anderen schleswig-holsteinischen
Vereinen würden wir auch so handeln, wenn sie in eine solche Situation
kommen sollten.


Eva Grimminger, Pressesprecherin, v.i.S.d.P., FDP-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag,
Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431 / 988 1488, Telefax: 0431 / 988 1497,
E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: http://www.fdp-fraktion-sh.de

Bei Holstein Kiel könnten Kritiker vielleicht monieren, dass man sich nicht
ausreichend auf den Erfolg vorbereitet hätte. So einfach ist das aber nicht.
Die Anforderungen in den höheren Ligen sind für viele Vereine nur schwer
zu bewältigen. Nicht wenige Vereine verzichten deshalb im Amateurbereich
freiwillig auf errungene Aufstiege, weil ihnen die Anforderungen in den hö-
heren Ligen zu aufwendig und zu teuer sind. Die Amateurligen sind ein Defi-
zit-Geschäft. Das ist aus meiner Sicht ein Dilemma, weil es dem Leistungs-
prinzip widerspricht. Umso beeindruckender ist die Leistung von Holstein
Kiel. Wir sagen heute Ja zum Profifußball in Schleswig-Holstein. Und wir un-
terstützen erneut den Breitensport in Schleswig-Holstein. Ich danke im Na-
men meiner Fraktion den vielen Ehrenamtlichen, die diesen ebenfalls unter-
stützen und ich hoffe auf eine breite Zustimmung!"




Eva Grimminger, Pressesprecherin, v.i.S.d.P., FDP-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag,
Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431 / 988 1488, Telefax: 0431 / 988 1497,
E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: http://www.fdp-fraktion-sh.de