Monitor Patientenberatung 2017: Bürgerbeauftragte sieht sich bestätigt

Original der Pressemitteilung Weitere Formate: formatierter Text, Fliesstext und Layout

                                                                         Nr. 88 / 13. Juni 2018


Monitor Patientenberatung 2017: Bürgerbeauftragte sieht sich bestätigt

Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung und die Unabhängige Patientenberatung
Deutschland (UPD) haben gestern (Dienstag) den ,,Monitor Patientenberatung 2017"
präsentiert und verschiedene Probleme der Versicherten im Gesundheitswesen in den Blick
genommen. ,,Die UPD benennt viele Defizite und Herausforderungen im Versicherungs-
system, die auch ich mit zunehmender Sorge beobachte", sagte die Bürgerbeauftragte für
soziale Angelegenheiten Samiah El Samadoni heute in Kiel.

Die UPD sieht laut ihrem Bericht vor allem große Ungerechtigkeiten beim Thema Krankengeld. Die
Bürgerbeauftragte bestätigte die Einschätzung: ,,Die Folgen einer verspäteten Arbeitsunfähigkeits-
bescheinigung sind immer noch völlig unverhältnismäßig und existenzbedrohend." Es sei nicht
nachvollziehbar, dass eine Lücke von einem Werktag zur Einstellung des Krankengeldes führe,
wenn Betroffene unstreitig weiter krank seien. ,,Maßgeblich für Krankengeldansprüche sollte allein
die Frage sein, ob Versicherte nachweisbar arbeitsunfähig sind", betonte El Samadoni.

Ebenfalls sieht die Bürgerbeauftragte folgenreiche Defizite in der Kommunikation der
Krankenkassen mit ihren Versicherten. ,,Gerade bei der Einstellung von Krankengeld wegen
vermeintlich wiedererlangter Arbeitsfähigkeit werden die Betroffenen regelmäßig im Stich
gelassen." Den Versicherten werde nicht mitgeteilt, weshalb der Medizinische Dienst der
Krankenversicherung (MDK) den Gesundheitszustand anders beurteile als die behandelnden
Ärzte. Außerdem würden sie häufig nicht ausreichend über alternative Sozialleistungen beraten
und informiert. ,,Die Kassen müssen ihrer Auskunftspflicht verantwortungsvoll und transparent
nachkommen", forderte El Samadoni. ,,Zusätzlich sollten sich Versicherte von einer unabhängigen
Stelle beraten lassen, um nicht auf ihre Rechte zu verzichten."

Der Bericht zeige insgesamt viele Ansatzpunkte für notwendige Verbesserungen im
Versicherungssystem. ,,Ich werde weiterhin dafür kämpfen und freue mich über die Unterstützung
durch die UPD", sagte El Samadoni. Die Bürgerbeauftragte stellt ihren Tätigkeitsbericht 2017 in
der Landespressekonferenz am 28. Juni vor.